Moers. (pst) Erinnerung wachhalten: Den Opfern der Nationalsozialisten haben am Donnerstag, 28. Januar, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Moers, verschiedener Vereine und Moerser Schulen an mehreren Orten öffentlich gedacht. Organisiert haben die Veranstaltungen die Vereine ‚Erinnern für die Zukunft‘ und ‚Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit‘ mit den Schulen. Dieser Tag ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Die Beteiligten haben auch die Stolpersteine, die seit 2013 an die Opfer im Stadtgebiet erinnern, gereinigt. Bürgermeister Christoph Fleischhauer hat gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler der Klasse 7A des Gymnasiums Adolfinum die drei Stolpersteine am Rathausplatz poliert. Sie erinnern an die Familie Bähr. Die Eltern Helene und Dr. Hermann Bähr waren zuerst ins Ghetto Theresienstadt und später in das Konzentrationslager Ausschwitz verschleppt worden. Beide wurden dort ermordet. Ihr Sohn Günther starb 1945 auf einem der ‚Todesmärsche‘. „Ich finde es toll, dass ihr euch mit diesem wichtigen Thema befasst. Gerade junge Menschen können viel dazu beitragen, die Erinnerung wachzuhalten“, lobte Fleischhauer das Engagement der Schülerinnen und Schüler.
Hermann-Runge-Gesamtschule ebenfalls beteiligt
Schülerinnen und Schüler des Projektkurses Q1 der Hermann-Runge-Gesamtschule haben an dem Tag in der Moerser Fußgängerzone der Opfer gedacht. Dabei stellten sie Biographien der Familien Leyser und Kauffmann vor. Das Rahmenprogramm umfasste neben Gedenktexten, Gedichten, Auszügen aus den Biographien auch die Reinigung der Stolpersteine. Dr. Bernhard Schmidt von der NS-Dokumentationsstelle Moers betonte die Bedeutung des Einsatzes: „Hören wir auf Inge Auerbachers warnende Worte heute im Bundestag: ‚Leider ist dieser Krebs wieder erwacht‘ – gemeint: der Krebs des Antisemitismus!“ Inge Auerbacher wurde damals mit ihren Eltern in das Ghetto Theresienstadt deportiert, das im Mai 1945 durch die Rote Armee befreit wurde. Schmidt würdigte in seiner Rede auch das Engagement der Schulen und nahm Bezug auf die Auseinandersetzung mit dem wichtigen Thema durch Denkmäler, Ausstellungen, das Alte Landratsamt und die Dokumentationsstelle. Am Ende dankte Schulleiterin Gerhild Brinkmann allen Anwesenden: „Es ist gut, dass wir hier sind, es ist gut, dass wir nicht vergessen und es ist gut, dass wir uns alle so für die Zukunft erinnern.“
(Quelle: Pressemitteilung Stadt Moers)