Insgesamt wurde die Notfallseelsorge in 2020 169 mal angefordert (zum Vergleich 2019: 193). Über 80 Prozent aller Einsätze wurden hierbei von den 36 ehrenamtlichen Notfallseelsorgenden im Kreis Wesel übernommen(2020: 124, 2019: 151). Die Anforderungsgründe der Notfallseelsorge reichten von Suizid und Unfällen bis hin zur Überbringung von Todesnachrichten und erfolglosen Reanimationen. Die Einsatznachsorge war insgesamt 47 mal im Einsatz (2019: 77).
Fraktionsübergreifend waren sich alle Ausschussmitglieder einig, dass die geleisteten Dienste wertvoll und unverzichtbar sind. Stellvertretend für die Teams von Notfallseelsorge und Einsatznachsorge nahmen Thomas Deselaers von der Regieeinheit Einsatznachsorge und Peter Bromkamp, Koordinator für die kath. Notfallseelsorge im Bistum Münster, den Dank des Ausschusses entgegen.
Seit dem Oktober 2000 bieten die christlichen Kirchen im Kreis Wesel mit der Notfallseelsorge Menschen in Krisensituationen verbindliche Hilfe an. Hierzu wurde eine Vereinbarung mit der Evangelischen Kirche und dem Kreisdekanat Wesel über den Einsatz von Notfallseelsorgern/innen im Rahmen der überörtlichen Allgemeinen Hilfe und bei Großeinsatzlagen geschlossen. Die sogenannte psychosoziale Unterstützung (PSU) der Einsatzkräfte umfasst die Unterstützung vor, während und nach belastenden Einsätzen. Um diese „Einsatznachsorge“ im gesamten Kreis Wesel zu gewährleisten, wurde zwischen dem Kreis Wesel und dem Kirchenkreis Moers ein Vertrag geschlossen. Danach stellt der Kirchenkreis Moers eine Pfarrstelle mit einem Umfang von 50 % für die Einsatznachsorge bereit, die Kosten werden durch den Kreis Wesel erstattet.