Stadt Kamp-Lintfort -Widerstand gegen Kiesabbau weitet sich aus

Stadt Kamp-Lintfort -Widerstand gegen Kiesabbau weitet sich aus

Kamp-Lintfort Die Stadt Kamp-Lintfort ist seit Jahrzehnten vom Kiesabbau belastet. Zunächst im Osten später auch im Süden der Stadt wurden immer neue Auskiesungsgebiete ausgewiesen und Baggerseen entstanden. Bis heute sind nur wenige ausgekieste Flächen rekultiviert und für die Bürger nutzbar.

Seit Jahren wehrt sich die IG Dachsbruch mit hohem Einsatz gegen weitere geplante Auskiesungen im Wickrather Feld. Über 12.000 Unterschriften gegen diese Auskiesungspläne wurden von der Bürgerinitiative bereits gesammelt und 2021 an Landtag und Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) übergeben.

Nach den aktuellen Planungen, die der RVR Ende August bekannt gegeben hat, nach Vorgaben der Landesregierung im Landesentwicklungsplan von 2019, soll das Wickrather Feld vorerst nicht ausgekiest werden. 

Dafür werden aber in Saalhoff und im Niephauser Feld neue Gebiete von zusammen über 200 ha Größe zur Abgrabung vorgesehen.

–           Dadurch gehen weitere wertvolle Bodenflächen unwiderruflich für die Landwirtschaft verloren.

–           Weil nach dem Kiesabbau die filternden Deckschichten fehlen, ist der Schutz des Grundwassers nicht mehr gewährleistet.

–           Die Abgrabung von Dauergrünland bedeutet einen Verlust von CO² Speichern und von Lebensraum für Tiere.

–           Der über Jahre andauernde Abbau bedeutet Lärm- und Verkehrsbelastung für die Umgebung der Abbaugebiete.

Sand und Kies sind im niederrheinischen Boden sicherlich reichlich vorhanden, aber -wie alle Rohstoffe- nicht unendlich. Was heute abgegraben wird, ist für künftige Generationen nicht mehr verfügbar. Bauen mit Kies, Sand und Zement ist zudem äußert energieintensiv und mit hoher CO² Belastung verbunden. Es ist also mehr als dringlich, über einen Umstieg auf nachhaltiges Bauen nicht nur nachzudenken, sondern es umzusetzen. Die Fortschreibung der bisherigen Abbaumengen durch die Art und Weise der Bedarfsermittlung bremst den Umstieg dagegen aus.

Um das zu verhindern und einen nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen zu propagieren, findet am Montag, den 13.9.2021 eine Auftaktveranstaltung statt zur Bildung einer Bürgerinitiative, die den Widerstand gegen ungebremsten Kiesabbau auf die neu ausgewiesenen Gebiete ausweiten will.  Angestrebt ist auch eine enge Zusammenarbeit mit der IG Dachsbruch und den z.T. neugebildeten Initiativen in den Nachbarstädten im Rahmen des Aktionsbündnisse Niederrheinappell.

Teilnehmer der Veranstaltung am Montag müssen entsprechend der aktuellen Corona Schutzverordnung die 3 G Regel respektieren, d.h. nachweisbar geimpft, genesen oder getestet sein. Die Nachweise werden beim Einlass überprüft.

(Quelle: Pressemitteilung Stadt Kamp-Lintfort)